Bundesministerium für Arbeit und Soziales Perspektive 50 Plus

Modellvorhaben der Stadt Templin

In der Uckermark gemeinsam - nicht einsam

Modellvorhaben der Stadt Templin "In der Uckermark gemeinsam - nicht einsam"

Der demografische Wandel mit einem zu erwartenden deutlichen Bevölkerungsrückgang und einer erheblichen Veränderung des Altersaufbaus machen ein grundsätzliches Umdenken in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen erforderlich. Die staatlich organisierte Wohlfahrt, die die letzten 40 Jahre in Deutschland gekennzeichnet hat, ist im bisherigen Umfang nicht mehr finanzierbar.

Arbeitslosigkeit stellt ein Schwerpunktproblem der heutigen Generation über 50jähriger dar - die Probleme einer nicht mehr ausreichenden sozialen Versorgung in den Bereichen der Altersrente und der Pflegeversicherung werden sich in den nächsten 10-15 Jahren anschließen. Zur Erzielung nachhaltiger und langfristig stabiler Problemlösungen sind beide Problemschwerpunkte als Einheit zu betrachten und zu behandeln. Das heißt, es sind neue Strukturen zu entwickeln, die einerseits dem Lebensabschnitt zwischen 50 und dem Eintritt ins Rentenalter Alternativen für Erwerbsarbeit und andererseits nach Eintritt ins Rentenalter ergänzende Möglichkeiten der Altersabsicherung durch Verbleib in diesen Strukturen bieten.

Die Probleme des demografischen Wandels zwingen uns, neue regionale Modelle, die gemeinschaftlich entwickelt werden sollten, zu erproben. Modelle, in denen Menschen ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten einsetzen können, um selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu leben, zu wohnen und tätig zu sein. Die Potenziale hierfür sind in jeder Region vorhanden - sie zu entdecken, zu befördern und langfristig zu nutzen, hat sich das Templiner Modellvorhaben zur Aufgabe gemacht. Als das wichtigste Potenzial, das in jeder Region vorzufinden ist, sehen wir die Wiederbelebung der Kommunikation aller Generationen untereinander an. Hierauf stützend möchte die Stadt Templin neue tragfähige Strukturen aufbauen, die sich auf die Identifizierung und Entwicklung regionaler Potenziale und mehr privates Engagement eines jeden Einzelnen orientieren. So wird es auch möglich sein, völlig neue Konzepte im Bereich der Institutionalisierung von Tätigkeitsfeldern der Generation über 50jähriger zu entwickeln, die auch über den Zeitraum des Erwerbslebens bis in das Rentenalter hinein wirksam sein können.

Diese Tätigkeitsfelder können sehr vielfältig sein: Ehrenamt, honorierte Tätigkeit, Minijob, Erwerbsarbeit, Zeitarbeit, nach- oder nebenberuflich, berufsnah, berufsfern, öffentlich oder privat. Diese Vielfältigkeit zeigt auch ihre unbegrenzten Anwendungs- und Umsetzungsmöglichkeiten, die in der heutigen Zeit längst nicht ausgeschöpft sind. Besonders die nachberuflichen Tätigkeitsfelder werden zukünftig eine völlig neue Bedeutung erlangen als bisher. Sie werden eine zusätzliche Altersabsicherung darstellen und können gleichzeitig zu mehr Sinnerfüllung und Integration Älterer in gesellschaftliche Prozesse führen. Neue Tätigkeitsfelder zu initiieren und zu institutionalisieren, wird die Aufgabe des Templiner Modellvorhabens sein.

Zukünftig werden nicht Sonderwohnformen für bestimmte Bevölkerungsgruppen, sondern integrative Modelle, die die Beziehungen zwischen Menschen fördern, gefragt sein. Jedem neuen Wohn-, Lebens- oder Arbeitsmodell sollten ähnliche Interessen oder Fähigkeiten der Mitwirkenden zugrunde liegen. Nur durch das Vorhandensein dieser gemeinsamen (geistigen) Basis können neue gemeinsame Tätigkeitsfelder eröffnet werden, die nicht nur ein Zubrot und Sinnerfüllung bedeuten können, sondern die Gemeinschaft auch langfristig tragen können.

Entsprechend der Zielstellung des Leitbildes der Stadt Templin "Wir geben Templin eine Zukunft" geht es hierbei nicht nur um die Entwicklung zukunftsfähiger sozialer Modelle, sondern auch um die "Wertschöpfung" des Erfahrungspotenzials älterer Menschen, was letztendlich zu einer Gesundung und Stärkung intergenerativer, gesellschaftlicher Prozesse führt.

Informationen zur Stadt Templin über die Homepage:

www.templin.de

| © November 2008 MJO |